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Die musikalische Konzeption

von Elena Marx

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Michael Dutta

 

Tägliches Singen und Tanzen

Alle Kinder der Kita am Kleistpark  erhalten einmal in der Woche in altersspezifischen Kleingruppen  ein 30-40 minütiges musikalisches Angebot. Morgendliche Singkreise unter meiner Mitwirkung runden die musikalischen Angebote ab, bilden alltägliches Ritual und festigen das Repertoire.  Babys bekommen 4mal in der Woche eine 20minütige Einheit.

In der musikalischen Arbeit unter meiner Anleitung werden Tänze, Verse, Fingerspiele und Lieder gelernt, Klang-Geschichten dargestellt, musikalische Parameter erlernt und sensitive Erfahrungen mit diversen Materialien gesammelt. Rhythmussprache und relative Solmisation fließen in die Stunde mit ein. Dabei wird Musik unterschiedlicher Stilrichtungen, Epochen und Herkunft integriert. Die Kinder lernen die Spieltechniken elementarer Instrumente, wobei die Freude am Instrumentalspiel und die Möglichkeiten des Ausdrucks in Klängen und Rhythmen im Vordergrund stehen.

 

Das Repertoire

Das Repertoire wird stetig erweitert und, soweit es ganzjährig einsetzbar ist, auch ständig wiederholt. Stundenthemen erstrecken sich mit Veränderungen über 3-4 Wochen, durch tägliche Singkreise und die Zusammenarbeit mit den Erziehern werden die meisten Lieder oft repetiert und somit gefestigt. Das Repertoire orientiert sich entsprechend der Kita-Arbeit am Jahreszeitenlauf; dabei berücksichtige ich stets die Musik anderer Länder.

Projekte spielen eine große Rolle. Im Verlauf eines Kita-Jahres werden ein Erdteil oder ein Land sowie ein geeignetes Werk aus der Klassik ausgewählt.

So behandelten wir einmal in der Weihnachtszeit das Thema Licht und Glocken und verknüpften es mit Russland. Die russischen Kinder wurden fotografiert und stellten sich und ihre Eltern an einer Wandtafel vor. Höhepunkt des Projekts war der Besuch eines russischen Bajanspielers, der zusammen mit seiner Frau russische Volksgesänge präsentierte. Die Freude bei allen Kindern und Erwachsenen war riesengroß.

Der‘ Karneval der Tiere‘ begleitete uns über viele Monate. Zu jeder Musik wurden entsprechend der Altersstufe Bewegungen erarbeitet oder mit Instrumenten metrisch oder rhythmisch akzentuiert. Die einzelnen Tiere wurden in Mal- und Bastelarbeiten dargestellt, in Liedern, Versen und Instrumenten gespielt.

Zu Ostern begleiteten uns einmal außer den obligatorischen Hasen und Frühlingsblumen auch Osterhexen, die sowohl im skandinavischen bzw. italienischen Raum um das Osterfeuer herum spuken. Entsprechende Lieder und Märchen untermalten die Arbeit.

Zum Erhalt des Repertoires tragen auch die CDs bei, die die „best offs“ präsentieren.. Die CDs helfen, die Arbeit zu dokumentieren und eine Brücke ins Elternhaus und in die Öffentlichkeit zu schlagen. Die CDs sollen sich zur Grundlage unseres Repertoires entwickeln.

 

Altersspezifische Umsetzung

Generell ist das musikalische Repertoire für alle Altersgruppen gleich, die inhaltliche Umsetzung erfolgt jedoch altersspezifisch. Auf diese Weise wird die musikalische Interaktion der Kinder in den altersgemischten Gruppen ermöglicht:

-       So beginnen Handgestenspiele mit dem Berühren der Kinder (Kitzeln der Zehen, Zupfen der Finger, usw.). Später führen diese sie selbst aus und sprechen dazu. Sie werden auf ganzkörperliche Bewegungen am Platz und im Raum übertragen oder auch instrumentiert. Aus Fingerspielen können im Instrumentalunterricht technische Übungen werden. Aus Hüpfen entwickelt sich Staccato, aus einem staksenden Storch eine Übung fürs Portato.

-       Bewegung beginnt mit dem Wiegen, Schaukeln oder Tragen der Babys. Es fließen Elemente aus der Babygymnastik und -massage mit ein. Mit wachsendem Alter verwandelt sich das „Bewegt werden“ in zunehmende Eigenaktivität. Aus einem Tanz auf dem Arm einer Erzieherin wird ein eigenes, freies Bewegen zu Musik. Aus dem freien Tanz entwickelt sich ein Tanz mit Bewegungsvorschlägen, die den motorischen Fähigkeiten der Kinder Rechnung tragen. Später entwickelt sich eine leichte Choreografie oder ein sichtbares Gestalten von musikalischen Formteilen mit zunehmend kreativen Bewegungsideen der Kinder. Auf diese Weise kann das gleiche Lied, die gleiche Melodie auf alle Altersklassen angewandt werden.

-       Rhythmus- und Tonhöhenspiele werden zunächst nur gemeinsam ausgeführt, später von einzelnen Kindern beantwortet oder eventuell selbst vorgetragen. Erste Notationsversuche können sich daraus am Ende der Kita-Zeit oder im Instrumentalunterricht entwickeln.

 

 Stundenbestandteile

-       Die Stunde besteht aus einem ausgewogenen Einsatz von Bewegung (Fein- und Grobmotorik), Singen/Sprechen, Instrumentenspiel und Materialgebrauch.

-       Grundsätzlich werden alle Lieder von Bewegungen begleitet, da das die Konzentration und die Bereitschaft mitzumachen, deutlich erhöht.

-       Ich wähle viele Lieder, die sich mit Mimik und Gestik selbst erklären. Ich verzichte auf lange Texte und viele Strophen, es sei denn, eine neue Strophe entsteht durch geringfügige Wortänderungen. Ich wähle Texte mit Nonsensversen (O mene meine mei maccaroni futschi dei) oder sprachfördenden Qualitäten (Der Oberpoppelhoppelhase hoppelt in dem Stoppelgrase), die pädagogisch wertvoll sind und doch viel Spaß machen.

-       Texte fremdländischer Lieder müssen ebenso einfach und kurz sein und werden dann entweder ganz oder in Teilen in Originalsprache gesungen. Die Kinder erleben den Klang fremder Sprachen als spannend und aufregend. Kinder, die ihre zweite Muttersprache hören, horchen besonders auf und erfahren eine besondere Wertschätzung.

-       Große Freude zeigen die Kinder auch an Liedern wie „Epo i tai tai e“ (ein Lied der Maori-Indianer aus Neuseeland), die rhythmisch mit Handgesten oder anderen tänzerischen Bewegungen verknüpft werden.

-       Körperarbeit und Bewegung spielen für mich in jeder Stunde eine Rolle. So bewegen wir Körperteile und benennen bzw. besingen sie. Wir arbeiten spielerisch in Verbindung mit Texten an Körperhaltung und Dehnung. Wir praktizieren jede Stunde Grundbewegungsarten wie gehen (vorwärts, später seitwärts und rückwärts), schleichen, hüpfen (auf einem Bein, auf zwei Beinen, Kinderhüpfer oder wie ein Frosch) etc. Wir tanzen in verschiedenen Raumebenen, auf unterschiedlichen Raumwegen, im Kreis, durcheinander in der Schlange oder in der Reihe. Wir bewegen uns allein, mit Partnern oder in der Gruppe. Auch die Beschäftigung mit Materialen wie Tüchern, Reifen oder anderem kann im Mittelpunkt stehen. Und bei allem hören wir auf die Musik.

-       Der Einsatz von Stimme und Körper hat für mich einen hohen Stellenwert – es sind die Instrumente, die wir immer parat haben, kostenlos! Mit ihnen lässt sich auf jedem Niveau Musik machen und darstellen. Besonders bei Babys und Kleinkindern wiederhole ich intensiv Klanggesten wie klatschen, patschen, reiben, Arme rollen zur Begleitung von Liedern.

-       Instrumente werden nach ihrer einfachen Handhabung ausgewählt und in ihren Spielmöglichkeiten ausgelotet.

Klanghölzer zum Beispiel bieten fast unendliche Möglichkeiten.

o      Man kann mit ihnen rollen, tippen, klopfen, hämmern, reiben, sägen, schrauben, winken, auf dem Boden mit Händen und Füßen rollen.

o      Man kann sich als Katze, Hase, Ziege, Elefant oder Kuh „verkleiden“.

o      Man kann das Instrumentalspiel von Geige, Flöte, Posaune nachahmen.

o      Man kann auch hoch über dem Kopf, unten auf dem Fußboden, vor dem Körper oder gar hinter dem Rücken spielen.

o      Man kann die Wangen streichen, auf die Nase tippen oder auf die Ferse klopfen.

o      Mit zwei oder mehr Hölzern lassen sich mit älteren Kindern viele Bauwerke errichten.

Alle Möglichkeiten werden oft mit einfachen Liedern besungen: “Die Hölzer klopfen so, die Katzen schleichen so, die Geigen fideln so“.

-       Nicht die Vielfalt der Instrumente spielt eine Rolle, sondern die Vielfalt ihres Einsatzes. So ist es wichtig, dass zunächst alle Kinder das gleiche Instrument erhalten, damit Klang- und Hördifferenzierung überhaupt stattfinden kann und nicht in einem Klangchaos endet.

-       In jeder Stundeneinheit wähle ich auch ruhige Musik und leise Texte aus, die mit Fingerspielen auf dem Rücken, gegenseitigem Massieren mit Igelbällen oder leisem Bestaunen von Seifenblasen(Babys!)verknüpft sind. Die Kinder hören und genießen zarte Berührungen durch mich oder die anderen Kinder, erfahren Stille und entspannen sich.

 

 

           


 


 


 


 

Stundenaufbau

      Der Aufbau der wöchentlichen Unterrichtsstunde gestaltet sich für die Kinder nach einem vertrauten Muster. Nach einer Kreisphase mit einem Begrüßungslied, der Beschäftigung mit einem Instrument, Vers oder Lied folgt eine Phase der Bewegung im Raum. Den Schluss der Stunde bildet erneut eine Kreisphase, die die Kinder zur Ruhe kommen lässt.

-       Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist ein ritualisierter Unterrichtsaufbau.

o      Jede meiner Stunde beginnt und endet mit einem Schlag auf das Becken. Am Ende der Stunde darf jedes Kind das Becken spielen und gibt ab einem bestimmten Alter den Schlägel an seinen Nachbarn weiter. Nach dem letzten Beckenschlag gehen alle hinaus. Die Kinder lieben dieses Ritual und freuen sich jede Stunde darauf.

o      Andere Signale bedeuten eine bestimmte Reaktion: ein lauter Schlag auf der Trommel steht für einen Sprung in die Luft, Worte wie „Baum oder Stern“ beinhalten bestimmte Körperposition während der Bewegungsspiele.

-       Die Kinder erlernen spielerisch Regeln und stellen sich so auf die Stunden ein. Viele Erklärungen werden überflüssig.

o      „Wir gehen spazieren“ beinhaltet: Aktivitäten im Kreis sind beendet, wir stehen auf und bewegen uns im Raum.

o      „ Leis’, leis’, leis’, wir treffen uns im Kreis“ bedeutet: die Raumphase nähert sich dem Ende, es folgt der letzte Stundenabschnitt. Natürlich bestätigen auch Ausnahmen die Regel.

-       Auch das Austeilen und Einsammeln von Instrumenten oder Materialien hat seinen bestimmten Platz im Unterrichtsgeschehen. Niemals erfolgt es beiläufig, es ist Teil des Spiels.

o      Mal wird der Instrumentenkorb herumgereicht, mal steht er in der Mitte und die Kinder blinzeln sich zu, mal teile ich aus.

o      Tücher werden nach Gebrauch sorgsam gefaltet und weggelegt. Bei Schwierigkeiten helfe ich oder die Kinder helfen sich untereinander.

o      Manchmal gestalten wir auch zuerst ein kleines gemeinsames Ornament.

-       Die Gegenstände erfahren eine Wertschätzung und das Ein- und Ausräumen erhält Spielcharakter. Oft begleite ich diese Vorgänge mit einem Schlaflied.

o      Die Einjährigen erkennen bereits dessen Melodie und erheben sich in der Erwartung, ihre Glöckchen wieder in den Korb zu legen.

-       Grundsätzlich halte ich den Sprachanteil im Unterricht sehr gering. Ich wähle Spielformen, die dem Alter der Kinder entsprechen und die sich im Tun selbst erklären. So lieben Kinder Kuckuckspiele und das Verstecken von Händen oder Gegenständen hinter dem Rücken. Verbale Anleitungen ersetze ich durch sängerische Ansprache.

-       Übergänge zwischen Spieleinheiten gestalte ich flüssig und ineinander fließend. Dadurch vermeide ich Leerläufe. Meine Klavierunterrichtspraxis hat mir gezeigt, dass diese Prinzipien auch im Instrumentalunterricht ihre Wirkung nicht verfehlen. Längere Erklärungen ermüden auch Instrumentalschüler, Kinder wie Erwachsene, und drängen die Musik in den Hintergrund. Eine zügige Abwechslung von Aktivitäten wie Technik, Literaturspiel, Improvisation, Musiklehre halten wach und gestalten Unterricht letztendlich effektiver.

 

Didaktische Grundsätze

-       Die Unterrichtsanforderungen orientieren sich an den altersgerechten Fähigkeiten der einzelnen Kinder. Früherziehung muss spielerisch und kindgerecht und binnendifferenziert ablaufen. Sie sollte kindgerecht sein, doch nie kindertümelnd. Sie soll spielerisch sein, ohne verspielt zu sein. Sie sollte fordern, ohne zu überfordern.

-       Im Unterricht schaffe ich Situationen, in denen sich die Kinder konzentrieren können. Ein angemessener Zeitrahmen von 20-45 Minuten, Aktionswechsel und eine flexible Unterrichtsgestaltung begünstigen dies.

o      So müssen Kinder bei Wiegenliedern nicht unbedingt im Arm geschaukelt werden, sondern können sich auch je nach Bedarf auf dem Rücken oder auf den Schultern befinden oder sich stehend hin und her bewegen. Vielleicht wird das Lied auch statt zu schaukeln mit leisen Zimbelklängen begleitet.

 

Lehrerrolle 

Eine wichtige Rolle beim Gelingen des Unterrichts spielt meine Unterrichtspräsenz. Ich empfinde mich als Vorbild und Mitspieler. Ich selbst bewege mich mit Freude. Ich galoppiere wie die Kinder und bestehe doch auf eine korrekte Ausführung. Ich bestehe auf bestimmte Regeln, ohne die Kinder zu bestimmten Handlungen zu zwingen. Jedoch dürfen sie, gerade, wenn sie älter sind, nicht stören.

Ich spiele, ich schauspielere, ich übertreibe; ich spiele mit Händen und Füßen, mit stimmlichen Nuancen, Mimik und Gestik; ich variiere bei Wiederholungen mit den Parametern der Musik (leise, laut, schnell, langsam, accelerando, ritardando).

Elementare Musikpädagogik besteht aus einer Mischung von Tanz, Bewegung, Instrumentalspiel, Schauspiel, Unterhaltung, Entspannung, Stille.

Die Musik bringt den Kindern Körper, Seele und Geist nahe, sie bereitet auf die Schule und auf das Leben vor. Kleine Menschen zeigen sehr deutlich ihre Freude und ihren Stolz über ihr Können. Sie sollen mit wachsendem Alter ihre persönlichen Fähigkeiten schätzen und zeigen können. Deshalb sind mir kleinste solistische Darbietungen (auf freiwilliger Basis) untereinander oder vor den Eltern wichtig.

 

Weitere musikalische Aktivitäten

Die musikalischen Aktivitäten außerhalb der wöchentlichen Unterrichtseinheiten gestalten sich, wie folgt:

-       Tägliche Singkreise unter meiner Anleitung eröffnen den Kita-Tag. Die Singkreise richten sich an alle Kinder, Eltern und Erzieher. Als musikalisch bewegter Tagesbeginn bedeuten sie Ritual- und Repertoirepflege und stärken das Gemeinschaftsgefühl.

 

             

-       Im Alltag der Kita-Arbeit musizieren die Kinder mit ihren Erziehern. Auf Geburtstagsfeiern und anderen Festen wird gesungen und getanzt. Alltägliche Rituale wie An- und Ausziehen,           Zähneputzen, Mittagsschlaf u. ä. werden ebenfalls „besungen“. Elemente aus meinen Stunden werden im Morgenkreis im Gruppenraum wiederholt.

 

           

 

-       In den Gruppenräumen stehen jederzeit elementare Instrumente zum freien Musizieren (unter Aufsicht) zur Verfügung. Sie geben den Kindern Gelegenheit für freies, experimentelles und angeleitetes Spiel. Darüberhinaus lernen sie den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen, da die Kinder sich die Instrumente aus dem Regal nehmen und auch dorthin wieder zurückstellen müssen.

-       In regelmäßigen Abständen präsentieren Lehrer der Musikschule den Kindern ihre Instrumente – dabei hat sich die Methode der Doppel-Conférence bewährt. Ich fungiere als Bindeglied zwischen Kindern und Musikern und baue ein Vertrauensverhältnis auf. Die Kinder singen, tanzen oder lauschen nur den Tönen. Je nach Anzahl und Eignung der Instrumente darf auch probiert werden.

-       Die umfangreichen kulturellen Angebote der Stadt (z. B. Opernhäuser und Museen) werden genutzt. Der Versuch, Orchesterproben zu besuchen, scheiterte bislang. viele Orchester sind sich der Bedeutung von Jugendarbeit zwar bewusst und haben ihre Angebote stark erweitert – Kleinkinder in den Proben sind ihnen allerdings „nicht ganz geheuer“.

-       Arbeitsergebnisse werden auf Festen oder Elternabenden präsentiert. Dies gewährleistet die Transparenz der Kita-Arbeit. Eltern sollen informiert und zur Mitarbeit animiert werden.

 

           

 

 

II. Erwachsene: Eltern und Erzieher

Elementare Musikpädagogik ist keine Frühförderung, sondern ein Konzept für das ganze Leben. Es besteht daher die Intention, die Eltern optimal in die musikalische Arbeit zu integrieren. Sie können am morgendlichen Singkreis oder in der Wochenstunde Selbstverständlich ist jede Mutter und jeder Vater willkommen, die selbst Musikalisches zum Besten geben möchten oder mit den Kindern etwas erarbeiten wollen. Dies kommt den Beziehungen zwischen Eltern, Kind und Erzieherinnen zugute und bindet alle Beteiligten ein. Das Angebot wird sehr gut angenommen und die Bereitschaft sich einzubringen, wächst. Ob Instrumentalspiel, Gesang oder Schauspiel – alle künstlerischen Gattungen sind willkommen. Um das Musizieren in den Kita-Alltag besser zu verwurzeln, gebe ich den Erziehern regelmäßig Einblick in die augenblicklichen Arbeitsprozesse der einzelnen Gruppen. Die Erzieher nehmen meistens an den Musikstunden teil.

 

IV. Thematische Vernetzung 

Musikalische Inhalte werden mit Themen vernetzt, die in anderen Bildungsbereichen erarbeitet und mit den Kindern vorbereitet werden. So wurde das Projekt Afrika in Liedern, Tänzen, Speisen, Malereien und Bastelarbeiten durchgeführt.

Am Ende des Projekts kannten die Kinder „typisch afrikanische“ Ornamente und Instrumente wie Shekeres oder Caxixis. Sie hatten exotische Früchte und Gemüse gekostet und Tiere und Pflanzen gemalt oder gesehen. Das Projekt dauerte mehrere Wochen und hatte seinen Höhepunkt in drei „Afrika-Tagen“.

Durch die motivierte Zusammenarbeit mit Erziehern und Eltern ist Musik im Alltag der Kita-Arbeit allgegenwärtig. Die Freude, die die Kinder an der Musik haben, hat auch die Erwachsenen erfasst. Die Kinder singen gern und viel. Sie üben und wiederholen unablässig, so dass die Erzieher bisweilen beim Essen oder Vorlesen um „Sangesruhe“ bitten müssen. Jeder Instrumentallehrer, jeder Schullehrer wäre erfreut über einen derartigen Übewillen seiner Zöglinge.

 

 

           


 


     


 

 

Kooperation Grundschule und Musikschule

Die Scharmützelseegrundschule hat im Pilotprojekt eine Musikklasse eingerichtet. Ziel ist es, dass die Kinder, die die Kita am Kleistpark verlassen, dort zusammengefasst werden.

Kinder von „außen“ können jedoch ohne Probleme integriert werden.

  

Praktische Umsetzung

Zusammen mit der Lehrerin findet zur Zeit  3x in der Woche zu Beginn des Unterrichts ein musikalischer Morgenkreis statt. Die Kinder werden mittels Singen und Bewegung auf den Tag eingestimmt. Zusätzlich gibt es eine Musikstunde. Im Bedarfsfall wird die Klasse geteilt (Projektarbeit).

Die musikalischen Inhalte sind am Lehrplan der anderen Fächer orientiert, d.h.:

Musik verbindet sich mit den anderen Lernbereichen des vorfachlichen Unterrichts, unterstützt, bzw. bereichert ihn.

Musik unterstützt die Sportbetonung der Schule und misst der Bewegung im Unterricht eine größere Bedeutung bei.

Der Musikunterricht enthält keinen Unterricht an klassischen Instrumenten. Er dient der musischen Förderung, der Sprachförderung, der Motorik und der Integration der Kulturen